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Tshilidzini Uniting Reformed Church in Venda/Südafrika

Die Uniting Reformed (=vereinigende reformierte) Gemeinde Tshilidzini feierte Ende August 2006 ihr 50-jähriges Jubiläum. Es waren Nico und Ellen Smith, die 1956 nach Venda kamen und Kirche und Krankenhaus gründeten. So entstand ein Ort der Barmherzigkeit (Tshilidzini: „Ort der Barmherzigkeit“) im weit abgelegenen, fast vergessenen Nordosten Südafrikas.
 

1994 wurde die Apartheid in der Kirche offiziell überwunden. Die Uniting Reformed Church vereinigte Schwarze, Farbige und Weiße in einer Kirche. Die Niederländisch-reformierte Kirche, ehemals sog. Mutterkirche, verweigerte sich der Vereinigung und auch der finanziellen Mitverantwortung. Das angespannte Verhältnis zwischen beiden Kirchen hält bis heute an. Der damit verbundene finanzielle Notstand der Uniting Reformed Church auch. Nun werden erste Früchte der nötigen Einsparungsmaßnahmen sichtbar. Tshilidzini konnte den Schuldenberg in den letzten drei Jahren halbieren. Personal wurde entlassen, ein konsequenter Einstellungsstopp wurde verhängt. Im Moment versorgt Reverend Anderson Magwira ehrenamtlich die Gemeinde. Er ist hauptamtlich Lehrer in Makhado und übernimmt Predigtdienste und Kasualien, nachdem er seine theologische Ausbildung abgeschlossen hat. Die 25 Außenbezirke werden überwiegend von Laien- und ÄltestenpredigerInnen versorgt. In der Stärkung der geistlichen Zurüstung von Laien liegt die Zukunft von Tshilidzini. Das alte Modell ist unbezahlbar und entspricht nicht mehr den Anforderungen in Venda.

 

Mithilfe der Hamburger Kirche konnte ein zukunftsträchtiges Projekt umgesetzt werden: das Gemeindezentrum wurde erweitert und ein Gruppenraum für den Kindergottesdienst ermöglicht. Außerdem wurden in den abgelegenen Außenbezirken Kinderbibeltage und Jugendgottesdienste organisiert. Tshilidzini wächst weiterhin. Das Youth Hostel (Jugendgästehaus) ist seit Jahren vernachlässigt worden, weil die finanziellen Mittel fehlen. Politische Flüchtlinge aus Zimbabwe haben sich dort mittlerweile einquartiert – immerhin ist die Grenze nur ein paar Kilometer entfernt. Der Kirchenrat stellt sich der Not der Flüchtlinge, wenn auch andere Pläne geschmiedet sind. Das Jugendgästehaus soll renoviert werden und für Freizeiten und Fortbildungen von Jugendlichen zur Verfügung stehen. Eine Delegation wird - so ist es für das Calvin Jahr geplant – im Sommer 2009 nach Hamburg kommen. Die Hoffnung wächst, dass spätestens dann die Renovierung des Youth Hostel begonnen hat.

Reiner Kuhn